Hilfe auf der Achterbahnfahrt der Gefühle

Unter dem Dach des Therapieverbundes Ludwigsmühle hat sich im Mai 2018 eine Selbsthilfegruppe für Eltern suchtkranker und suchtgefährdeter Kinder gegründet.

Sucht wirkt sich immer auf die gesamte Familie bzw. das soziale Umfeld der suchtkranken oder –gefährdeten Person aus. So sind in Deutschland rund 10 Millionen Menschen als Angehörige, als Eltern, Partner_innen oder Kinder betroffen. Ihr Alltag gleicht häufig einer Achterbahnfahrt der Gefühle und ist für sie meist unvorhersehbar. Während in den letzten Jahrzehnten eine ganze Reihe von Hilfe- und Behandlungsmaßnahmen für Abhängigkeitserkrankungen entwickelt wurde, blieben die Unterstützungsmöglichkeiten für Angehörige oftmals auf der Strecke.

Als eines der Ergebnisse des vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Forschungsprojektes „AnNet – Angehörigennetzwerk“ an der Universität Hildesheim entstand in der Südpfalz unter dem Dach des Therapieverbundes Ludwigsmühle die Selbsthilfegruppe „Initiative Eltern suchtkranker und suchtgefährdeter Söhne und Töchter“ (kurz: InEs). „Diese Idee führt uns zurück zu den Anfangstagen unseres Verbundes, in denen eine Elterninitiative den Grundstein für die Fachklinik Ludwigsmühle legte,“ so Geschäftsführer Dr. Dirk Kratz. „Als ein Kooperationspartner des Projektes AnNet konnten wir hautnah sehen, wie groß der Bedarf in der Region nach Orten des Austausches und der gegenseitigen Unterstützung für Angehörige Suchtkranker ist, insbesondere für Eltern drogenabhängiger Kinder.“

Für die Mitarbeit in der Elterninitiative gibt es keine Einschränkung bzgl. des Suchtmittels oder den Konsumformen: Alle Eltern suchtgefährdeter und suchtkranker Kinder sind herzlich willkommen. Die Leitung hat eine selbst betroffene Mutter übernommen, die sich bereits im Projekt AnNet engagiert hatte. Die Selbsthilfegruppe trifft sich regelmäßig , etwa einmal im Monat. Sie kann anonym und autonom innerhalb des Therapieverbundes Ludwigsmühle arbeiten und auf Augenhöhe die professionellen Suchthilfenetzwerke des Verbundes nutzen, wenn die Mitglieder der Gruppe dies wünschen. „Vorderstes Ziel ist es, einen Treffpunkt schaffen, an dem sich betroffene Eltern regelmäßig austauschen können und sich so gegenseitig unterstützen können. Die Gruppe soll darüber hinaus auch ein Ort der Entspannung und Erholung sein, gerade in bedrückenden Zeiten und dem Erleben von Machtlosigkeit gegenüber der Sucht des Kindes. Hier wollen wir mit unserer Elternselbsthilfegruppe eine Tankstelle bieten, um wieder Energie und Zuversicht tanken zu können.“

Weiter Infos gibt es auf unserer Selbthilfeseite.

Beitragsbild von Priscilla Du Preez auf Unsplash

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